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Ein Mix der Generationen – Auf diese 5 Probleme stossen Schweizer KMU

27.06.2018 von dig:it now

 
Menschen unterschiedlichen Alters haben schon immer zusammengearbeitet. Also warum stellt sich heute vermehrt die Frage, ob altersgemischte Teamarbeit überhaupt erfolgreich sein kann? Dabei ist das Problem nicht die Gesamtleistungsfähigkeit der Älteren, denn diese ist nicht abhängig vom kalendarischen Alter. Vielmehr geht es um Prozesse wie z. B. Kooperation und Kommunikation innerhalb des Teams. Erschwerend hinzu kommt der demografische Wandel, der zu einer Zunahme von Älteren in Arbeitsprozessen führt. 5 Generationen (dig:itnow Blog: Von Traditionalisten bis Gen Z), die unterschiedliche Werte, Ziele, Interessen und daraus resultierende Denk- und Arbeitsweisen haben, treffen heute in Unternehmen aufeinander. Kein Wunder, dass es da eine Menge Konfliktpotenzial zu bewältigen gibt.

 

Problem 1: Fehlendes Bewusstsein für die Komplexität der Lage

Zunächst muss in vielen KMUs erst einmal das Bewusstsein für die kontinuierliche Zunahme der Altersheterogenität in Teams geschärft werden. Nach dem Motto: «Wir haben das aber schon immer so gemacht... » oder: «Das war ja früher auch kein Problem», verdrängen Unternehmen die neuen Generationenkonflikte. Es muss in Zukunft so gut wie alles anders gemacht werden, denn digitale Transformation und Social Media verändern die Arbeitsprozesse und verlangen dem Markt Innovationen ab. Also Augen auf, erkennen und handeln. Für eine passende Unternehmenskultur ist gezieltes Generationenmanagement notwendig.

 

Problem 2: Unterschiedliche Werte, Ziele und Interessen

Traditionalisten, Babyboomer, Digital Immigrants, Digital Natives und Generation YouYube begegnen sich auf dem Arbeitsmarkt. Die unterschiedlichsten Fähigkeiten, Ansprüche und Ideen prallen im Unternehmen aufeinander. Wenn beispielsweise Babyboomer auf Digital Natives treffen, kann es in Kombination mit weit verbreiteten Vorurteilen gegenüber der jeweiligen Generation sehr schnell zu Konflikten kommen. Junge Mitarbeitende kritisieren veraltete Methoden, während die Älteren ihnen Verantwortungslosigkeit und Naivität vorwerfen. Während es für Traditionalisten und Babyboomer ein Problem sein kann, sich mit geistiger und geografischer Mobilität, Lifelong Learning und flachen Hierarchien auseinanderzusetzen, tun sich nachfolgende Generationen schwer damit, das Wissenspotential der Älteren anzuerkennen.

 

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Problem 3: Veraltete Hierarchien

Oben, da sitzt der Chef  – und unten, da arbeiten die «Untergebenen». Darüber hinaus gilt in vielen Unternehmen noch das Senioritätsprinzip «Alt führt Jung». Nachrückende Führungskräfte haben es so schwer, sich weiterzuentwickeln und passen sich auf dem Weg in Richtung Personalverantwortung zwangsläufig den alten Idealen an. Dieser Führungsstil ist nicht mehr sehr angesagt bei Gen X & Y. Hier bevorzugt man flache Hierarchien, ergebnisorientiertes und kooperatives Arbeiten. Veraltete Führungsgewohnheiten bringen den Mitarbeitenden oft zu wenig Wertschätzung entgegen und erlauben ihnen kaum eigenverantwortliches Arbeiten. Um Mitarbeitende zu motivieren, müssen ihnen Mitgestaltungsmöglichkeiten auf allen Ebenen geboten werden.

 

Problem 4: Zu wenig Interaktion zwischen den Generationen

Wissen teilen – oft eine Herausforderung, denn die erwähnten Hierarchien und der damit einhergehende Führungsstil machen es schwer Barrieren abzubauen. Ältere Mitarbeitende fühlen sich oft mit Digitalisierungs-Massnahmen überfordert, geben das aber ungerne zu und sind kaum bereit, den Jüngeren gegenüber diese Schwäche zu offenbaren – aus Angst davor, nicht mehr kompetent zu gelten. Jüngere Mitarbeitende könnten aber durchaus als Mentoren fungieren und so die Medienkompetenz der Älteren fördern. Umgekehrt können die Älteren mit Experten Know-how aufwarten. Es kommt also darauf an, veraltete Strukturen aufzubrechen und Gemeinsamkeit und Austausch optimal zu fördern. Wissensweitergabe und Wissensaustausch sollten in Zukunft ein wesentlicher Teil der Unternehmenskultur sein.

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Problem 5: Zu wenige digitale Tools zur virtuellen Zusammenarbeit

Für bessere Kooperation und Kommunikation innerhalb der Teams fehlt es in den meisten KMUs an hilfreichen digitalen Tools. Jeder, der einen Internetzugang hat, hat auch Zugang zu diesen Werkzeugen. Wer als Führungskraft zu stark auf Sicherheit und Stetigkeit seines Geschäftsmodells setzt, verpasst schnell den Anschluss. Auch wenn es ein grosses Stück Arbeit bedeutet, die verschiedenen Generationen in die digitale Welt einzubinden, der Einsatz von passenden IT-Lösungen ist eine Grundvoraussetzung für die reibungslose, generationenübergreifende Zusammenarbeit.

 

 Fazit

Unterschiedliche Generationen im Unternehmen unter einen Hut zu bringen, geht mit einigen Herausforderungen einher. Sehen wir aber einmal ganz genau hin, ist festzustellen, dass es wirksame Möglichkeiten gibt, dem entgegenzuwirken. Wenn Führungskräfte sich der Situation erst einmal bewusst sind, ist der erste Schritt in Richtung neue Strategie bereits gemacht. Jede Generation hat ihre Skills und in der Summe sollten wir jeden Input nutzen, denn die Mischung von Berufs- und Lebenserfahrung gepaart mit aktuellem Wissen und Innovationskraft macht's möglich. Im nächsten Beitrag geht es um konkrete Lösungen zu den aufgeführten Problemen.