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Von Traditionalisten bis Gen Z – die Merkmale der Generationen im Überblick

04.05.2018 von dig:it now

 

Die Merkmale der Generationen

In Ihrem Unternehmen bewegen sich die unterschiedlichsten Charaktere. Eigentlich eine interessante Herausforderung, denn in der guten Mischung liegt viel Potential. Wie ist es möglich, den verschiedenen Generationen gerecht zu werden und das Miteinander erfolgreich zu managen – vor allem im Rahmen der rasanten Veränderungen, die Digitalisierung und Globalisierung mit sich bringen. Um die Beweggründe des Handelns Ihrer Mitarbeitenden besser zu verstehen, haben Soziologen das System der Generationenunterteilung geschaffen. Je nach Geburtsjahr und historisch kulturellen Ereignissen werden Personen zu einer Gruppe der Gesellschaft zusammengefasst:

 

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Die Werte, der Lebenswandel und die typischen Merkmale der einzelnen Generationen werden anhand ihrer jeweiligen Entwicklungsgeschichte herausgestellt. Denn jede Generation ist in ihrer Zeit verankert und von prägenden Erlebnissen, z.B. Krieg, Wirtschaftskrisen, digitaler Revolution beeinflusst worden. Somit verfügt jede Generation über eigene prägende Erfahrungen, Arbeitshaltungen, Wertevorstellungen, Technologienutzung, Kommunikationsmittel und Werbekanäle.

Um auf die Veränderungen durch den technologischen Wandel vorbereitet zu sein, lohnt es sich, diese Generationen einmal besser unter die Lupe zu nehmen:

 

 

Die Traditionalisten (1922 bis 1955): «Hausbesitzer»

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Prägende Erfahrungen: Die Traditionalisten erlebten die Entbehrungen und Schrecken des 2. Weltkriegs. Ihre Jugend war beeinflusst von den Notsituationen der Nachkriegszeit. Jeder musste mit anpacken, um den Wiederaufbau voranzutreiben und die eigene Existenz zu sichern. Dann erlebte diese Generation den rasanten Wirtschaftsaufschwung, das sogenannte Wirtschaftswunder. Das Frauenbild dieser Zeit war klar umrissen, die Geschlechterrollen definiert.

Arbeitshaltung/Karriere: Der Beruf wird vor allem ausgeübt, um den Lebensunterhalt zu finanzieren – nicht die Selbstverwirklichung steht im Mittelpunkt. Die Traditionalisten wünschen sich lebenslange Jobgarantie, denn nach den Kriegserlebnissen sehnen sie sich nach gesicherten Verhältnissen. Sie bevorzugen hierarchische Organisationsstrukturen.

Grundwerte: Es gelten klare Verhaltensregeln, Patriotismus, Disziplin, Respekt vor Autoritäten. Wichtig ist dieser Generation auch, dass ihre Kinder es einmal besser haben sollen als sie selbst.

Technologienutzung: Wenig bis kein Bezug zu neuen Technologien

Kommunikation: Face to face, Briefe

Werbekanäle: Klassische Medien: Zeitungen und Bücher (offline), TV, Radio, etc.

Auch wenn nur noch wenige Traditionalisten aktiv am Arbeitsleben teilnehmen, haben sie Spuren hinterlassen und wichtige Fundamente gelegt, die in vielen Firmen auch heute noch präsent sind: z. B. Leitsätze, Umgangsformen, Gründungsziele – alles wesentliche Bestandteile einer Firmenkultur.

 

Die Babyboomer (1956 – 1965): Jobsicherheit

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Prägende Erfahrungen: Die Babyboomer wuchsen in der aufstrebenden Welt des Wirtschaftswunders auf und werden allgemein als Wohlstandsgeneration beschrieben. Erziehung und Familienbild sind eher traditionell. Bildung wurde für alle Schichten zugänglich und Auslandsreisen möglich. Die Frauenbewegung gewann an Bedeutung und die 68er-Bewegung forderte einen gesellschaftliche Wertewandel. Die Babyboomer begehrten gegen Ihre Elterngeneration, die Traditionalisten, auf.

Arbeitshaltung/Karriere: Arbeit hat einen hohen Stellenwert. Der Begriff „Workaholic“ wurde von dieser Generation geprägt. Jobsicherheit steht im Vordergrund. Bezüglich des Arbeitsverhaltens werden Babyboomer als leistungsorientierte und strebsame Konformisten angesehen.

Grundwerte: Christliche Werte, Zukunftsgläubigkeit und Hoffnung treiben die Babyboomer an. Sie verfügen über Durchsetzungsvermögen und Idealismus.

Technologienutzung: Neue Technologien werden zumeist im Arbeitsumfeld genutzt. Erste IT-Erfahrungen.

Kommunikation: Face to face, Telefon, E-Mail

Werbekanäle: Tageszeitung, Radio, TV, E-Mail, Facebook

 

 

Gen X (1966 – 1980) Digital Immigrants: Work-Life-Balance

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Prägende Erfahrungen: Die Generation Golf, Turnschuh, No Future und Null Bock wurde im Fernsehzeitalter gross. Erst der Kalte Krieg, dann die Perestroika und schliesslich der Mauerfall beeinflussten das politische Geschehen. Im Fernsehzeitalter rückten die ersten PC’s ins Licht und mit ihnen die Videospiele. Traditionelle Familienstrukturen veränderten sich. Die Arbeitslosenzahlen und Scheidungsraten stiegen an.

Arbeitshaltung/Karriere: Gen X verfügt über ein gutes Bildungsniveau. Arbeit ist eher Mittel zum Zweck. Die Digital Immigrants sind keine Teamplayer, sondern bevorzugen das selbstständige Arbeiten. Ihr Konsumverhalten ist sehr ausgeprägt. Das Privatleben gewinnt an Bedeutung. Work-Life-Balance ist die neue Weltanschauung. Flexible Arbeit rückt in den Fokus.

Grundwerte: Eine Generation auf der Suche nach dem Sinn. Unabhängigkeit und Individualismus stehen im Mittelpunkt.

Technologienutzung: Die Digital Immigrants haben sich die Benutzung der digitalen Technologien im Erwachsenenalter angeeignet.

Kommunikation: SMS, E-Mail, Messenger

Werbekanäle: E-Mail, Facebook, TV, Online-Nachrichten

 

 

Gen Y (1981 – 1995) Digital Natives: Freiheit und Flexibilität

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Prägende Erfahrungen: Die Millennials wachsen im Zeitalter der Digitalen Revolution auf, in einer Welt des permanenten Wandels. Ihr Leben wird beeinflusst von «Krisen»: Terroranschläge vom 11. September 2001, Kriege in Afghanistan und im Irak, Wirtschafts-, Finanz- und Eurokrise. Klimawandel, Globalisierung und wachsende Jugendarbeitslosigkeit machen ihnen die Schnelligkeit der Veränderung bewusst.

Arbeitshaltung/Karriere: Die am besten ausgebildete Generation der Digital Natives zeigt sich flexibel, belastbar und offen, steht aber unter einem hohen Leistungsdruck. Um eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben, ist lebenslanges Weiterbilden Programm. Gen Y bevorzugt Arbeitgeber mit guter Reputation, idealen Entwicklungsmöglichkeiten und flachen Hierarchien. Die Arbeit muss Spass und Sinn machen – Teamarbeit und Selbstverwirklichung sind keine Gegensätze mehr. Arbeit und Privatleben werden nicht so stark voneinander getrennt. Offline und online sind sie bestens vernetzt. Über den Job hinaus engagieren sie sich häufig in eigenen Projekten.

Grundwerte: Gen Y sterbt nach Eigenständigkeit, Selbstverwirklichung und Autonomie. Sie will ein selbstbestimmtes Leben führen, geniessen und Spass haben. Kreativ sein und eigene Ideen entwickeln ist erstrebenswerter als Karriere zu machen. Nicht Status und Prestige, sondern die Frage nach dem Sinn, dem Y – Why!, steht im Vordergrund.

Technologienutzung: Die Digital Natives sind 24 Stunden online.

Kommunikation: Social Media, Messenger, SMS

Werbekanäle: Twitter, Instagram, Facebook

 

 

Gen Z (ab 1996) Generation YouTube: Sicherheit & Stabilität

GenZ

Prägende Erfahrungen: Die YouTube- und Kronprinzen-Generation ist vollständig im digitalen Zeitalter aufgewachsen. Soziale Medien, weltweite Vernetzung und permanente Online Kommunikation lenken ihr Leben. Sie wachsen in relativem Wohlstand auf und finden viel Rückhalt in ihren eher unterschiedlichen Familien (Alleinerziehend, Patchwork), die sie permanent umsorgen und beschützen. Noch kann man bei ihnen die Reaktion auf Geschehnisse nicht ausreichend reflektieren, da sie sich inmitten ihrer prägenden Jahre befinden.

Arbeitshaltung/Karriere: Jungendforscher Klaus Hurrelmann: „Wir bekommen eine hochsensible junge Generation, die alles blitzschnell aufnimmt und erfasst und enorm multitaskingfähig ist, dann aber auch nicht mehr so konzentriert ist, sich schnell ablenken lässt und ein kurzes Durchhaltevermögen besitzt.“ Gen Z besteht eher aus Einzelkämpfern, die sich selbst verwirklichen wollen. Status und Macht sind von untergeordneter Bedeutung. Beruf, Familie und Gesundheit spielen die tragenden Rollen in ihrem Leben. Das Bedürfnis nach einem sicheren Arbeitsplatz ist hoch. Die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben und die Suche nach festen Strukturen und Abgrenzungen gewinnen wieder an Bedeutung.

Grundwerte: Sinn und Selbstverwirklichung werden zunehmend im Privatleben gesucht. Sie rechnen mit einer unsicheren Zukunft, sind deshalb realistischer und planen frühzeitig.

Technologienutzung: Technoholics, Augmented & Virtual Reality, Cloud, Musikstreaming

Kommunikation: Social Media, Messenger, Facetime

Werbekanäle: Snapchat, Instagram, YouTube

 

Sie kennen jetzt die unterschiedlichen Merkmale der Generationen, die in Ihrem Unternehmen aufeinander treffen. Diese Unterschiede können für jede Menge Spannung sorgen. Damit Sie das Miteinander erfolgreich managen können, gibt der nächste Beitrag (Link folgt) einen Überblick über typische Konflikte: Welche konkreten Probleme ergeben sich aus dem Generationen-Mix?